Die 5 größten Fehler bei der Domainwahl

Was sollte man bei der Registrierung eine Domain beachten?Die häufigsten Fehler bei der Domainregistrierung

Vor der SEO für die Webseite eines Unternehmens steht die Registrierung einer Domain, der eine sorgfältige Wahl der Domain vorausgehen sollte. Fast alles kann im Nachhinein rückgängig gemacht beziehungsweise verändert werden: das CMS, die Seitenstruktur oder der Inhalt selbst. Ein Domainumzug ist jedoch oft mit viel Arbeit und einem Risiko, bei Google erst einmal nach hinten durchgereicht zu werden, verbunden.
Dabei ist es ein geringer Aufwand, die häufigsten Fehler bei der Wahl der Domain zu umschiffen:

 

Keyword „Plus“ Domains sind out!

Noch vor 3 oder vier Jahren war die Registrierung von Keyword „Plus“-Domains (Das sind Domains, die das Suchwort, für das Sie hauptsächlich gefunden werden wollen und ein oder mehrere Füllphrasen wie „24“, „info“ oder gar die Kombination mehrer Suchwörter in einer Domain (z.B. parkett-laminat-dielen-verkauf.de) eine beliebte Methode, um für viele umkämpfte Suchbegriffe bei Google und anderen Suchmaschinen ganz oben zu stehen, denn diese erfuhren von Google u.a. deshalb eine gute Platzierung, da exzessives Keywordverlinken damals noch nicht durch ein Tierchen namens Penguin bestraft wurde („Penguin“ ist ein Algorithmus-Update bei Google, das seit 2011 zu harte Keywortverlinkung zu einem Nachteil beim Ranking hat werden lassen).

Zudem sieht eine eingängige Domain mit Brandingpotential wie „printy.de“ einfach besser aus als „druck-fotos-leinwanddruck.de“.
Zudem halten immer mehr Menschen, die im Internet unterwegs sind, die Google-Suche für den Browser, bzw. benutzen nur diese für die Eingabe ihrer Suche UND der Domains. Viele Suchende werden nun „druck fotos leinwanddruck“ statt druck-fotos-leinwanddruck.de eingeben und was bekommen sie von Google präsentiert? Nicht nur Ihren Webauftritt, sondern auch die der Konkurrenz!

Sollten Sie jedoch das nötige Kleingeld für eine „reine“ Keyworddomain wie „Leinwanddruck.de“ haben, dann greifen Sie zu! Diese „Edeldomains“ verfügen neben dem immer noch vorhandenen leichten Rankingvorteil für Keyworddomains auch noch über ein hohes Brandingpotential (Wenn Ihre Website zur Marke wirkt, dann sind Sie weniger von Suchmaschinen zur Kundengewinnung abhängig). Falls Sie eine „Branddomain“ registrieren, sollten Sie darüber nachdenken, diese auch tatsächlich als Marke beim DPMA anmelden.

 

Merkbarkeit

Ist die Domain, die Sie registrieren wollen, leicht zu merken? Oder besteht eine potentielle Verwechslungsgefahr mit Domains der Konkurrenz? Entscheiden Sie sich für kurze, einprägsame Domains. Wenn Sie auf dem deutschen Markt agieren, dann entscheiden Sie sich für einen deutschen Domainnamen, und auf keine Fall für eine deutsch-englische Kombination (Es gibt tatsächlich schlimme Beispiele a la „buy-tasty-wurst.de“)
Führen Sie einen Test durch: Erzählen Sie mehreren Personen über Ihre Domainidee. Fragen Sie am nächsten Tag, ob Sie sich an den Domainnamen erinnern können. Falls der Großteil dieser Personen sich nicht erinnern kann, wird es auch Ihren Webseitenbesuchern so gehen.

 

Wahl der Domainendung

Wenn Ihre Kunden hauptsächlich aus Deutschland kommen, dann rate ich Ihnen zu einer Registrierung einer .de-Domain und die Realisierung Ihrer Webseite unter dieser Adresse. Achten Sie darauf, dass Sie, wenn Sie eine Bindestrichdomain registrieren, sowohl die mit als auch die Variante ohne Bindestrich halten. Ist die Konkurrenz im Besitz der Variante ohne Bindestrich und Sie im Besitz der Variante mit Bindestrich, so birgt dies eine für beide Seiten unvorteilhafte Verwechslungsgefahr.

Sind die anderen wichtigen internationalen Endungen wie .com, .net und .org noch frei, registrieren Sie diese ebenfalls und leiten Sie diese mit einem Permanent Redirect auf Ihre Hauptdomain weiter.

Beschreibung der einzelnen Domainendungen:

  • .de: Deutschland
  • .at: Österreich
  • .ch:Schweiz
  • .com: Commercial=geschäftlich, zumindest ursprünglich, wird heute für alle Zwecke genutzt
  • .net: Network Service=Ursprünglich für Internetanbieter bestimmt, heute für fast alle Zwecke genutzt
  • .info: Informationsseiten. Durch viele Spamseiten unter dieser Endung nach Einführung dieser Domainendung bei Google möglicherweise noch immer (sehr) leichter Negativbonus. Ich würde diese Endung nicht empfehlen.
  • .org: Organisationen. wird heute für alle Zwecke genutzt und hat möglicherweise durch den ursprünglichen Verwendungszweck noch einen leichten Rankingvorteil bei Google und anderen Suchmaschinen.
  • .biz: Business. Diese Domainendung sollten Sie nach meiner Erfahrung nur nutzen ,wenn alle anderen schon belegt sind.

 

Sparen Sie mit Bindestrichen

Eine gut merkbare Domain sollte möglichst kurz sein. Nun sind leider die meisten kurzen und knackigen Domain längst in Gebrauch oder in den Händen von Domainhändlern, die unrealistische Preise dafür fordern. Deshalb gehen viele Firmen zu Mehrwortdomains über, z.B. zu Slogans als Domains (z.B. Freude-am-Fahren.com von BMW). Doch die Grundregel lautet hier: Höchstens drei Wörter und höchstens zwei Bindestriche, sonst nimmt die Merkbarkeit dieser Domains stark ab! Geben Sie lieber, wenn es denn nicht anders geht, ein paar hundert Euro für eine kürzere Domain aus. Sie wird eine der Grundlagen für Ihren geschäftlichen Erfolg oder Misserfolg sein.

Doch welche Variante sollten Sie als Hauptdomain wählen: die Variante mit oder die ohne Bindestrich? Das kommt darauf an, ob die Wörter zusammen oder auseinander geschrieben werden. Bei „Staubsauger-kaufen.de“ rate ich zur Variante mit Bindestrich, bei „Friseurbedarf.de“ zu der Variante ohne Bindestrich. Falls Sie eine Domain für den amerikanischen Markt suchen, dann lassen Sie die Bindestriche in Domains weg. Diese sind dort ganz und gar unüblich.

 

Rechtlicher Unbedenklichkeitscheck

Checken Sie vor dem Registrieren einer Domain unbedingt, dass Sie keine Markenrechte verletzen. Ein Onlineshop für Gucci-Kleidung sollte sich unbedingt erst eine schriftliche Erlaubnis von Gucci geben lassen, eine Domain wie Gucci-online-kaufen.de  registrieren und verwenden zu dürfen. Er wird sie jedoch in den meisten Fällen nicht erhalten, denn renommierte Firmen gehen gegen die Verwendung der eigenen Markennamen in Domains mit aller Härte vor. Schon eine Abmahnung kann mehrere tausend Euro kosten, ganz zu schweigen von den Kosten, die bei einem Prozess drohen. Hier finden Sie einige Urteile aus diesem Themenkomplex.

Wie kann man sich nun vor der Registrierung einer Domain absichern, dass man keine Marke registriert? Hier hilft eine kostenlose Recherche beim Deutschen Patentamt.
(Der obige Punkt stellt nur persönliche Erfahrungswerte dar und ist keine rechtliche Beratung. Für eine juristische Absicherung sollten Sie einen Anwalt kontaktieren)

 

Und zuletzt: Ignorieren Sie Trends und registrieren Sie eine zeitlose Domain, die Sie auch noch in 3,4 oder 5 Jahren nutzen können.

Nun wünsche ich Ihnen ein gutes „Händchen“ bei der Registrierung Ihrer Domain für Ihre Unternehmenswebsite!

 

 

04. Januar 2014 von Oliver Krumes
Kategorien: Domains | Schlagwörter: , | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. Ich danke sehr für all die hilfreichen Tipps! Ich stehe derzeit noch vor der Entscheidung für eine eigene Domain für meinen Handwerksbetrieb und werde sicher einige Tipps gut umsetzen können.

  2. Finde ich eine super Hilfestellung bei der Auswahl einer Domain! Vorallem muss ich sagen das die Keyword Domains in den Usa schon leicht abgestraft werden und es wird nicht mehr lange dauern da werden Sie bei uns auch abgestraft. Wisst Ihr da was genaueres? Aber wie Du schon geschreiben hast sind kurze und bündige Domain Namen eh viel besser weil der User sich diese Domains leichter merken kann.

    • Hallo Johann,

      ja, Keyworddomains genießen nur noch einen marginalen Vorteil, was das Ranking angeht. Die Klickrate ist bei einer Exact-Matching-Domain jedoch in der Regel höher als bei einer Fantasiedomain, die keine bekannte Marke ist. (Jemand sucht nach einer Botoxbehandlung in Berlin und hat die Wahl zwischen „Kosmetikstudio-susanne.de auf der ersten Position und Botox-Berlin.de auf der zweiten Position: Die Klickrate der zweiten Domain wird höher sein als wenn beide domains Eigennamen wären. Unabhängig von anderen Faktoren wie Snippets, GooglePlus-Bildchen o.ä. was das Klickverhalten sonst noch signifikant ändern könnte).
      Ich würde bei großen Projekten künftig immer eine gut klingende Fantasiedomain, die jedoch verdeutlicht, um was es gehen sol auf der Seite, wählen.

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