Warum Webdesigner und Programmierer oft schlechte SEO sind

SEO und Webdesign in einem? Wenn es so einfach wäre....

SEO und Webdesign in einem? Wenn es so einfach wäre….

„Webdesign und SEO-Programmierung im Komplettpaket für nur 499 Euro!“ – Klingt das für Sie nach einem guten Angebot?

In dieser etwas reißerischen Angebotsbeschreibung befinden sich gleich zwei Fehler. Zum einen ist SEO, also Suchmaschinenoptimierung, meist nicht mit Programmierarbeiten verbunden und zum anderen ist eine nachhaltige Suchmaschinenoptimierung samt fertiger Webseite nicht möglich.

Oft bieten Webdesigner und Programmierer auch Suchmaschinenoptimierung an. Leider gibt es keine allgemeinen Qualitätsrichtlinien für SEO-Maßnahmen, und das merkt man bei vielen dieser All-inklusive-Angebote leider auch. Statt alle Einzelaspekte einer Webseitengestaltung in die Hände von Profis der jeweiligen Profession zu geben, spielt man die „eierlegende Wollmilchsau“.

Wenn man genauer die Angebote solcher All-inklusive-Webdesigner studiert, dann entdeckt man unter der Angebotsbeschreibung „SEO-Maßnahmen“ meist etwas in dieser Richtung:

 

Organische Suchmaschinenoptimierung (SEO)

• Aussagekräftige Seitentitel und Seitennamen: Wichtige Keywords sollten im Seitentitel vorhanden sein; der Seitentitel kann bei jeder Unterseite variieren.

• Platzieren der Keywords im Inhalt (Content): Keywords können zusätzlich zum eigentlichen Content im Titel einer Grafik oder eines Fotos erscheinen, am Anfang und Ende jeder Seite, fett gedruckt sowie in Überschriften

• META-Tags: Die Angabe von Kopfdaten in einem nicht sichtbaren Bereich der Website werden von den Suchmaschinen als Erstes indiziert. META-Tags enthalten auch u.a. eine kurze Beschreibung der Website, welche in den Ergebnislisten der Suchmaschinen angezeigt werden. Der Internetnutzer bekommt so vorab schon wichtige Informationen und besucht eher die Website.

 

All das, was dem unkundigen potentiellen Kunden als „SEO-Maßnahmen“ verkauft wird, sind entweder Selbstverständlichkeiten oder nicht mehr zeitgemäß.

Zu ersterem gehören die unterschiedlichen Seitentitel und die Berücksichtigung von Keywords. Jedoch wird nicht auf das Wichtigste bei der „Platzierung“ von Keywords im Content (was ja eher nach wahllosem Einfügen klingt) nicht eingegangen, nämlich auf die Keywordrecherche. Wurde der Kunde gefragt, für welche Keywords er ranken möchte, für welche er Chancen hat, zu ranken und nach welchen Keywords potentielle Kunden eigentlich suchen?

Zu den nicht mehr zeitgemäßen Maßnahmen gehört das Setzen von META-Tags. Zu meinen am besten rankenden Projekten gehören Webseiten, die so gut wie ohne META-Tags auskommen

Dass META-Tags bei Google schon längst nicht mehr die Bedeutung haben, die sie vor zehn Jahren hatten, wird dem Kunden auch verschwiegen.

Auf die ebenso wichtige Offpage-Optimierung wird gar nicht eingegangen. Dem Kunden wird so suggeriert, er habe alles Erforderliche dafür getan, dass seine neue All-Inclusive-Webseite durch SEO vom Webdesigner oder Programmierer bald bei Google ganz oben auftaucht.

Ganz zu schweigen von all den Webdesignern und Programmierern, die ihre SEO-Maßnahmen in einem grauenvollen Deutsch auf ihrer Webseite anpreisen. Möchte man von Legasthenikern SEO-Texte verfasst bekommen?

 

Was bedeutet das? Taugen Designer und Programmierer also gar nicht für ein suchmaschinenoptimiertes Projekt?

 

Wenn die Wahl auf das All-inclusive-Angebot fällt: Testen Sie die SEO-Kenntnisse Ihres Webdesign- oder Programmier-Profis!

In den meisten Angeboten, die SEO betreffen, wimmelt es von Fachbegriffen, mit denen sich die wenigsten Nicht-SEOs noch nie befasst haben. Welches Ziel hat ein Jonglieren mit solchen Fachbegriffen?

Richtig: Es soll Fachkenntnis vorspiegeln und den potentiellen Kunden auch ein wenig verwirren. Testen Sie den Webdesigner-SEO oder Progammierer-SEO doch einfach mit seinen eigenen Tricks! Fragen Sie ihn nach Strich und Faden nach seiner Position zu bestimmten Methoden und Fachbegriffen aus der Welt der Suchmaschinenoptimierung aus!

Solche Fragen könnten lauten wie folgt:

„Wie stehen Sie zu WDF*IDF?“

WDF*IDF ist eine von Karl Kratz begründete Formel, mit der alle innerhalb einer Webseite vorkommenden Wörter im Verhältnis zu allen potentiellen Dokumenten gewichtet werden.

„Können wir das Ganze auch ein wenig latent semantisch gestalten?“

Die latent semantische Optimierung befasst sich mit der Verwendung von verwandten Begriffen eines Keywords in einem Textdokument. So ist es wahrscheinlich, dass in einem Dokument zum Thema „Kaffeemaschine“ auch Begriffe wie „Espresso“, „Milchschaum“ oder „Röstung“ vorkommen. Wenn dies nicht der Fall ist, kann es sein, dass der Text recht plump auf bestimmte Keywords optimiert werden sollte, ohne eben die LTO (Latente Semantische Optimierung) zu berücksichtigen.

„Sind wir mit Ihrer SEO auch gut auf die nächsten Pinguin- und Panda-Updates vorbereitet? Wenn ja, warum?“

Dazu muss Ihr SEO-Webdesigner oder SEO-Programmierer erst einmal die Unterschiede zwischen dem Panda-Update und dem Pinguin-Update kennen. Beides sind Algorithmusänderungen von Google.

Das Panda-Update straft minderwertige Qualität von Webseiten ab, also kopierte Inhalte, Spam,wenig Inhalt oder sprachlich schlechte Inhalte. Das erste und die darauf bald folgenden Pinguin-Updates bezogen sich hingegen auf die Offpage-Optimierung bzw. auf die Offpage-„Überoptimierung“. Wenn Webseiten zu oft mit bestimmten gefragten Keywords verlinkt wurden, bestand das Risiko der Abstrafung dieser Webseiten durch Google. aus diesem Grund sollten alle diese Risikofaktoren für ein schlechtes Ranking bei Google berücksichtigt werden.

 

Falls der Webdesigner oder Programmierer diese Fragen befriedigend beantworten kann, können Sie davon ausgehen, dass er zumindest SEO-Grundkenntnisse hat. Falls Sie sich jedoch dann noch immer nicht sicher sind, ob sie ihm vertrauen können, dann geben Sie doch das Webdesign und die Suchmaschinenoptimierung in zwei verschiedene Hände (also an Webdesigner und an eine seriös arbeitende SEO-Agentur) oder übernehmen Sie die Suchmaschinenoptimierung einfach selbst. Wie das geht, können Sie auf diesem Blog hier lesen und unter anderem hier, hier und hier.

 

 

24. April 2014 von Oliver Krumes
Kategorien: SEO allgemein | Schlagwörter: , | Schreibe einen Kommentar

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